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rund um das Thema Stress und Gesundheit

Was ist Stress?

„Ich bin gerade im Stress!“

Die TK-Stressstudie 2016 hat es belegt: Die Deutschen sind gestresst!

Doch obwohl wir das Wort „Stress“ täglich nutzen und „Stress“ allgegenwärtig zu sein scheint, wissen die allerwenigsten was genau damit gemeint ist.
Aber was genau ist denn nun eigentlich „Stress“?

Wie der „Stress“ entstand …

„Stress“, eigentlich ein Begriff aus der Mechanik (englisch: stress, pressure) ist ein biologisches bzw. biochemisches Reaktionsmuster auf Krankheit und Verletzung jedweder Art – das sog. „Allgemeine Anpassungssyndrom“ oder „adaption syndrom“. Bekannt wurde der Begriff – oder das Phänomen – durch den österreichisch-kanadischen Chemiker und Mediziner Hans Selye in den 1950er. Fast zeitgleich hat der Amerikaner Walter Bradford Cannon ein ähnliches „Notfallreaktionsmuster“ des Körpers auf Bedrohung entdeckt – die sog. Kampf-oder-Flucht-Reaktion oder „fight or flight“ – das mit der Ausschüttung von Hormonen beginnt. Der Körper aktiviert eine Reihe an Funktionen, die der Bewältigung der stressauslösenden Situation dienen soll. In der Evolution stellte die Fähigkeit zu einer solchen flexiblen Reaktion einen nicht unerheblichen Wettbewerbsvorteil dar.

Sowohl Cannon als auch Sylye fanden heraus, dass unser Organismus auch dann mit einer „Stressreaktion“ antwortet, wenn sein inneres Gleichgewicht durch seine Umgebung gestört wird oder wir uns einer außergewöhnlichen Anforderung ausgesetzt sehen, d.h. unser Organismus setzt einen Anpassungsmechanismus in Gang.

„Stress“ in unserem heutigen Verständnis, stellt sich also ein, wenn sich im Rahmen des Prozesses der Gegenregulierung nach Analyse der Situation der Organismus auf eine längere Belastungsphase einstellt um den Anforderungen gerecht werden zu können.

Dann ist „Stress“ doch eigentlich gut, oder?

Ja und nein.

Stressreaktionen dienen der Anpassung an die Anforderungen, die das Leben an uns stellt und ermöglichen eine (bessere) Bewältigung. „Stress“ ist damit eigentlich die Reaktion auf eine Belastung und nicht die Belastung selbst, die Beanspruchung selbst wird „Stressor“ genannt.

Ob ein Organismus eine Belastung durch eine Anforderung „aushalten“ kann, kommt auf die Dauer der Belastung und die Reserven des Organismus an. Ist die Belastung zu groß, dauert sie zu lange oder kann der Organismus verbrauchte Reserven nicht aufladen, kommt es zu einem Erschöpfungsstadium sowie ggf. zu einem Zusammenbruch des Organismus.

Wie wirkt Stress auf uns?

Stress als evolutionärer Wettbewerbsvorteil – heute auch?

Es kommt darauf an …
Stressreaktionen sind unser ureigenes evolutionsbiologisches Überlebensprogramm: bei Gefahr schüttet unser Körper Stresshormone aus, die unseren Körper und Geist dazu veranlassen, sämtliche Energiereserven für das eigene Überleben zu mobilisieren – also entweder zu kämpfen, zu flüchten, sich zu verstecken oder sich tot zu stellen. Gleichzeitig werden alle nicht überlebensnotwendigen Funktionen herunter gefahren. Mit der Entscheidung für eine der Aktionsoptionen , z.B. flüchten, baut unser Körper die Anspannung wieder ab und die Funktionen unseres Organismus werden wieder ausbalanciert. Stress treibt uns also kurzfristig zu Höchstleistungen an!

Die Betonung liegt allerdings auf kurzfristig. Denn unser Körper reagiert auf „Gefahr“ immer noch mit Höchstleistung, hat aber heute oft keine Möglichkeiten mehr die Anspannung unmittelbar wieder abzubauen. Setzen wir uns also tagtäglich vielen kleinen Stresssituationen aus und schaffen keine Möglichkeiten den erhöhten Energieeinsatz des Körpers wieder auszugleichen handeln wir also „wider unserer Natur“. Stressreaktionen können sich dadurch physisch und psychisch verfestigen und zeigen sich z.B. durch innere Unruhe, Verdauungsstörungen , Stoffwechsel- und Schlafstörungen. „Dauerstress“ kann im schlimmsten Fall zu Depressionen und Burnout führen.

Umgang mit Stress

Wie gehe ich nun also mit „Stress“ um?

Muss ich um gesund zu sein und zu bleiben, „Stress“ also vermeiden?
Auch hier gilt: ja und nein.

Die Stressreaktionen auf unseren Organismus treiben uns – kurzfristig – zu Höchstleistungen. Der „gute Stress“ hilft uns also in unserem Leben, Anforderungen gerecht zu werden und Herausforderungen zu meistern. Den „schlechte Stress“ hingegen gilt es zu vermeiden bzw. bewusster wahrzunehmen um so die zu hohen oder zu lange dauernden Anforderungen an unseren Organismus besser bewältigen zu können.

Wie kann dies aber gelingen wo doch jeder Mensch ganz individuell auf „Stress“ reagiert? Kann es da überhaupt ein allgemeingültiges Rezept geben?
Der Weg liegt in der nachhaltigen Verbesserung der individuellen Stresskompetenz und dem Aufzeigen von Wegen zur Stressprävention und individuellen Stressbewältigung:

Verbesserung der individuellen Stress-kompetenz

Dem „Stress“ auf die Spur kommen – Selbstbeobachtung


Individuelle Stressreaktionen analysieren und bewerten


Lernen Belastungssitutionen aktiv „mitzugestalten“


Individuelles „Anti-Stress-Konzept“ für den Alltag gestalten

Möglichkeiten zur Stress-prävention

Stress beginnt im Kopf – und ist damit Einstellungssache


Wege kennen lernen „schlechten Stress“ zu vermeiden


Eigenverantwortlicher Umgang mit sich und neuen Anforderungen trainieren

Wege der Stress-bewältigung

Selbst- & Zeitmanagement


Erholung & Entspannung


„Aktiver Stressabbau“ z.B. Sport, Hobbies, …

In jedem Fall gilt: Stress beginnt im Kopf!

Ob und wie Stress empfunden wird – als Belastung oder Herausforderung und damit ob dieser sich letztendlich negativ oder positiv auf unsere Gesundheit auswirkt – hängt stark mit unserer inneren Haltung zusammen.

Was ist Gesundheit?

Es gibt eine Reihe von Autoren aus unterschiedlichsten Fachbereichen, die sich an der Definition von Gesundheit versucht haben. Alle haben gemein, dass Gesundheit nicht ausschließlich die Negation von Krankheit sein kann. Die Definition von Gesundheit hängt aber maßgeblich vom Blickwinkel der Person ab, die versucht den Begriff in Worte zu fassen. So definiert eine Krankenkasse „Gesundheit“ anders, als ein Arzt oder Psychologe – oder sogar als jeder einzelne für sich selbst.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die wohl berühmteste Definition angestrengt und diese bei der ersten internationalen Konferenz zur Gesundheitsförderung am 21.11.1986 in der sog. Ottawa-Charta fixiert:

„Gesundheit ist der Zustand vollständiger körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur des Freiseins von Krankheit und Gebrechen.“ – „Health is a state of complete physical, mental and social wellbeing and not merely the absence of disease or infirmity.”

Die Charta führt weiterhin aus, dass „… Gesundheit als ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens zu verstehen [ist] und nicht als vorrangiges Lebensziel. … Ein guter Gesundheitszustand ist … entscheidender Bestandteil der Lebensqualität. Die sich verändernden Lebens-, Arbeits- und Freizeitbedingungen haben entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit. Die Art und Weise, wie eine Gesellschaft die Arbeit, die Arbeitsbedingungen und die Freizeit organisiert, sollte eine Quelle der Gesundheit und nicht der Krankheit sein. Gesundheitsförderung schafft sichere, anregende, befriedigende und angenehme Arbeits- und Lebensbedingungen.“

Gleichzeitig gesteht sich die WHO aber auch ein, dass Menschen ihr „Gesundheitspotential nur dann weitestgehend entfalten [können], wenn sie auf die Faktoren, die ihre Gesundheit beeinflussen, auch Einfluss nehmen können.“

Wie also soll „Gesundheit“ funktionieren, wenn wir scheinbar kaum Einfluss auf Lebens-, Arbeits- und Freizeitbedingungen haben?

Die Antwort kann sein: Eigenverantwortlichkeit – d.h. jeder einzelne für sich sollte die Rahmenbedingungen und Faktoren seines Lebens so gestalten, dass er gesund bleiben kann.